Umziehen mit der Familie

Ein sehr angestrengter, sorgenvoll aussehender Mann sitzt abends noch allein im Büro

Foto: Aus Angst vor Karrierenachteilen machen Arbeitnehmer in der neuen Position oft Überstunden, nehmen an Schulungen teil oder reisen viel – und vernachlässigen den Partner oder die Familie Entfremdung, Beziehungsprobleme und -krisen können die Folge sein

Als Single ist es recht einfach, die Entscheidung zu treffen ins Ausland oder in eine andere Stadt zu gehen. Natürlich lässt man Familie, Freunde und Kollegen zurück, aber unmittelbar muss man keine Rücksichten nehmen. Ganz anders sieht die Situation aus, wenn es einen Ehe- oder Lebenspartner oder gar eine Familie mit Kindern gibt.

Hinweis: Die nachfolgenden Informationen sollen niemanden davon abhalten, dem Ruf ins Ausland oder in eine neue Stadt zu folgen, aber es ist gut, die Risiken zu kennen und zu wissen, wie man sie vermeiden kann. Eine Checkliste für Auslandsaufenthalte als Arbeitnehmer gibt es hier.
Meist wird der Hauptverdiener jene Person sein, die aus Karriere-, Einkommens- oder Fortbildungsgründen einer Versetzung ins Ausland oder in eine andere Region und Stadt zustimmt. Vielleicht wird auch das Unternehmen oder die Abteilung verlagert. Nicht umzuziehen würde dann den Verlust des Arbeitsplatzes oder einen Karriereknick bedeuten. Sicher ist, dass die neue Tätigkeit so oder so erhöhte Anforderungen und Belastungen mit sich bringt. Manche Arbeitnehmer arbeiten bis zu 60 Stunden in der Woche, um sich einzugewöhnen und zu profilieren. Die Familie bleibt dann in der neuen Heimat allein – und nicht selten fremd. Dabei haben die Familienmitglieder selbst jede Menge Aufgaben, die sie für die Eingewöhnung lösen müssen:

(Ehe-) Partner:

Lebenspartner verlieren oft den Job, den sie in der alten Heimat hatten. Das produziert Gefühle finanzieller Angst – man fühlt sich unnütz und unausgelastet – bis hin zu depressiven Stimmungen. Je früher sich der Partner wieder um Arbeit kümmert oder zumindest die ersten Schritte unternimmt, wie zum Beispiel Spracherwerb, umso leichter kann er die Situation meistern. Offene Kommunikation über die Probleme hilft, gegenseitiges Verständnis zu fördern. Miteinander reden, hilf, Entfremdung in der Partnerschaft und Ehe vorzubeugen – ebenso wie Intimität.

Kinder:

Eine junge Familie auf den Spielplatz hat Spaß: Vater und Mutter schaukeln mit den beiden noch kleinen Kindern

Foto: Beide Eltern sollten ausreichend Zeit für die Kinder und das Familienleben haben und Probleme nicht ignorieren, sondern ansprechen

Kinder gewinnen meist schnell neue Freunde, sie gewöhnen sich zügig an eine neue Umgebung in Kindergarten oder Schule und auch das Erlernen neuer Sprachen gelingt ihnen bis auf seltene Ausnahmen meist leicht. Dafür machen ihnen häusliche Spannungen, die aus der Versetzung resultieren, regelmäßig stark zu schaffen. Daher ist es wichtig, familiäre Rituale aufrecht zu erhalten.

Arbeitnehmer/Transferees:

Der Druck ist enorm: Neue Chefs verlangen viel, der neue Karriereschritt soll auch gelingen und eine Rückkehr wäre eine Niederlage oder gar mit Statusverlust verbunden. Dazu kommen die Ansprüche des Partners oder der Familie. Das bringen viele einfach nicht unter einen Hut und reagieren gereizt, ziehen sich zurück oder flüchten sich gar in Alkohol. Wichtig ist, die Kontrolle zu behalten und mit dem neuen Betrieb Vereinbarungen über freie Wochenenden und ausreichend Freizeit zu treffen. Ein gutes Zeitmanagement und die Fähigkeit, im Betrieb auch mal „nein“ zu sagen zu können, sind ganz wichtig.

Erziehende Väter oder Mütter:

Natürlich sorgen sich die überwiegend mit der Kindererziehung befassten Partner: Werden die Kinder den Wechsel ohne Probleme bewältigen oder werden Schulprobleme oder gar Entwicklungsstörungen auftreten? Werden passende Erziehungseinrichtungen gefunden werden und finanzierbar sein? Und werden die dortigen Abschlüsse später anerkannt? Diese Fragen werden durch gute Vorabinformation und eine Begleitung bei der Schul- und Kindergartensuche beantwortet bevor sie Ängste auslösen können. Entsprechende Zusatzservices zum Einleben vor Ort machen das Leben in dieser Hinsicht sehr viel einfacher.

Die ganze Familie:

Ein junger Vater und seine Tochter liegen zusammen auf einem Bett und spielen gegeneinander fröhlich ein Videospiel

Foto: Darum ist die Wohnungssuche so wichtig. Ein mehrjähriges Provisorium ist vor allem für Kinder problematisch

Das Wichtigste, um sich als Familie in ungewohnter Umgebung zurecht zu finden und sicher zu fühlen, ist ein intaktes, gemütliches Zuhause, in das man sich zurückziehen kann und das ein geschützter Raum ist. Es kann daher gar nicht genug betont werden, wie wichtig es ist, bei der Wohnungssuche wirklich das Richtige zu finden. Das neue Heim sollte dann auch schnell gemütlich eingerichtet werden und eine leichte Bewältigung des Alltags sicherstellen.

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